Weil unser einziges Nest unsere Flügel sind.

Eine Geschichte für *Sven*
geschrieben vom "Leben ohne Sven"

Es war einmal im Frühjahr 2011
Was finde ich wieder an Erinnerungen bezüglich Svens Leben in Aachen? So viel:
Spaß im Freibad, vom Kleinkinderbecken bis hin zum Sprungturm. Besuche auf dem Spielplatz mit der Kinderhausgruppe. Tretbootfahren auf dem Weiher. Fußballspielen auf der Wiese. Eis und Pommes frites kaufen am Kiosk. Mit Hund durch den Park rennen. Gitarrenunterricht gab´s in der Nähe und sein letzter Aufenthaltsort die FH ist nur ein paar Straßen entfernt.
Ich setze mich kurz ins Restaurant, bei einer Tasse Kaffee, die warmen Sonnenstrahlen genießend.
Ich lese in der 'Aachener Woche' und muss schmunzeln. Anschließend betrachte ich einen Modekatalog mit Frühjahrsangeboten.
Danach spaziere ich eine zeitlang durch den Park .
Setze mich irgendwann auf eine Bank und hole ein mitgebrachtes Buch aus der Tasche.
Darum kann es heute auch nicht wirklich mein Interesse wecken.
Ich entschließe mich spontan mit der Kamera ein Bild zu machen vom Weiher.
Beeindruckende Luftspiegelungen und fantastische Wolkengebilde sind darauf zu erkennen.
Ich führe meinen Spaziergang fort, bis hin zu einer kleinen Brücke über den Paubach.

Es hat längere Zeit nicht geregnet und er plätschert sehr verhalten dahin.

Es geht weiter mit der Kamera.
Eine Gruppe Enten hat sich am Weiher versammelt.

Mich wundert jetzt nicht , dass es sieben Enten sind!
Ich schreibe ein traurig, schönes Lebens-Gedicht dazu:
Einer geht...
Ihr seid zwei
Ich bin allein
Wir sind drei
Wir sind vier
Einer geht weg
Ich bin allein
Wir sind drei
Einer geht weg
Ich bin allein
Wir sind zwei
Wir sind drei
Wir sind vier
Ich bin nicht allein
Wir sind drei
Wir sind zwei
Einer geht weg
Ich bin allein...
Es wird langsam dunkel und ich gehe zurück.

Ich liebe den Wald, weil er nicht viel spricht,
nicht einmal zu Lebzeiten.
Nach dem Tod – nur Baumstämme –
leuchten sie in den Seelen Verstorbener.
Sie duften, dass du das Haupt neigen musst,
um wenigstens etwas einzuatmen vom Schicksal
derer, die das ganze Leben aufrecht stehen.
(Quelle: Reiner Kunze, "Die wunderbaren Jahre")
Will die Kamera ausschalten und berühre dabei den Auslöser.
Ein Bild vom Weg erscheint - wozu das?
Alle Bilder auf dieser Seite sind authentisch und aufgenommen am 4. Mai 2011!